Gibt es alternative Arbeitsplätze bei den Krankenkassen?
Manche Befürworter der "Bürgerversicherung" behaupten, unsere Sorge um die Arbeitsplätze sei unbegründet. Die PKV-Unternehmen könnten ja ebenfalls die "Bürgerversicherung" betreiben, nur eben unter den Bedingungen der GKV. Wer das behauptet, hat sich aber entweder nicht mit den Fakten beschäftigt oder er leugnet sie bewusst.
Die gesetzlichen Krankenkassen haben etwa 70 Millionen Versicherte. Sie sind heute in 109 Krankenkassen, von denen allein die Barmer GEK 9,1 Millionen Versicherte (Stand August 2019) hat - genau so viele wie es insgesamt privat Vollversicherte gibt. Dabei sinkt die Zahl der Krankenkassen seit Jahrzehnten kontinuierlich.
Ist es angesichts dieses Kassensterbens realistisch, anzunehmen, dass für die etwa neun Millionen Privatversicherten die Zahl der Krankenkassen um mehr als ein Drittel steigt? Außerdem ist der Konzentrationsprozess bei den Kassen ebenfalls mit der Vernichtung von Arbeitsplätzen verbunden.
Und schließlich: Gesetzliche Krankenversicherungen müssen Körperschaften öffentlichen Rechts sein. Weder ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit noch eine Aktiengesellschaft darf dieses Geschäft betreiben.